Expressionismus (1905-1925)


«Ich ging spazieren mit zwei Freunden. Da sank die Sonne. Auf einmal ward der Himmel rot wie Blut, und ich fühlte einen Hauch von Wehmut. Ich stand still und lehnte mich an das Geländer. Über dem blauschwarzen Fjord und über der Stadt lag der Himmel wie Blut und wie Feuerzungen. Meine Freunde gingen weiter, und ich stand allein, bebend vor Angst. Mir war, als ging ein mächtiger, unendlicher Schrei durch die Natur.» - Edvard Munch


Als spezielle Stilart der modernen Kunst blühte der Expressionismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf und beschreibt dabei zunächst wesenhaft die Eigenschaft von Kunstobjekten, die besonders ausdrucksstark – also besonders „expressiv“ (von lat. „expressio“, dt. „Ausdruck) sind.

Die bekanntesten Vorreiter des Expressionismus, der sich als Gegenpol zum Impressionismus verstehen lässt, sind Vincent van Gogh, Edvard Munch und Paul Gauguin.

Der Expressionismus gilt jedoch überwiegend als deutsche, avantgardistische Künstlerbewegung, aus der zwei bedeutende Künstlervereinigungen hervorgingen – „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“.

Zu der 1905 in Dresden gegründeten Gruppe „Die Brücke“ zählten Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmitt-Rottluff. Zu der 1911 in München entstandenen Gruppe „Der Blaue Reiter“ gehörten u.a. die Künstler Franz Marc, Wassily Kandinsky, Paul Klee und August Macke.

 

„Der Schrei“ (1893) von Edvard Munch ist nicht nur das berühmteste Werk des norwegischen Künstlers, sondern gilt auch als das erste expressionistische Bild weltweit, auch wenn es einige Jahre vor dem eigentlichen Beginn des Expressionismus entstand.

Mit dem Bestreben, innere Gefühle unmittelbar ausdrücken zu wollen, stehen seelischer Ausdruck, subjektive Empfindungen und sinnliches Erleben im Mittelpunkt und ersetzen die realistische, äußerlich naturgetreue Motivabbildung.

Die Künstler bedienen sich überwiegend grober, flächenhafter, perspektivloser und abstrakter Formen sowie kräftiger, plakativer und kontrastreicher Farben.

Häufig wollen die Künstler emotionale Zustände wie beispielsweise Zukunftsangst, Weltschmerz, Enttäuschung, Trauer, Freude, Schwermut in ihren Bildern umsetzen.

 

                

Franz Marc – „Blaues Pferd“ (1911)             August Macke – „Russisches Ballett 1“ (1912)

«In unserer Epoche des großen Kampfes um die neue Kunst streiten wir als "Wilde", nicht Organisierte gegen eine alte, organisierte Macht. Der Kampf scheint ungleich; aber in geistigen Dingen siegt nie die Zahl, sondern die Stärke der Ideen. Die gefürchteten Waffen der "Wilden" sind ihre neuen Gedanken; sie töten besser als Stahl und brechen, was für unzerbrechlich galt. » - Franz Marc

 

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